204. Etappe: Kröppen – Hornbach

[12.11.2010]



Blühende Christrosen sind ein eindeutiges Zeichen dass Weihnachten nicht mehr fern ist. In einem Vorgarten in Kröppen entdecke die wunderschöne Blume.

Es wird Zeit nach Hause zu kommen. Am 20. März habe ich mich gemeinsam mit Emma am Weltkulturerbe Völklinger Hütte im Saarland auf den Weg gemacht.

Am Sonntag in vierzehn Tagen feiern wir den 1. Advent. Ich wandere immer noch.

Der Sturm der letzten Nacht hat viel Altholz auf die Straße geweht, aber auch frisches, junges Tannengrün von den Bäumen gerissen. Im Wald duftet es nach Tannenharz. Am Ende des Stausteiner Waldes passieren wir den Stausteiner Hof. Er bietet für Pilger Zimmer an. Für uns kommt das Angebot allerdings noch zu früh. Als wir die Riedelberger Höhe erreichen bläst uns orkanartiger Wind entgegen. Wir müssen uns mächtig dagegenstemmen, um vorwärts zu kommen. Emmas Ohren stehen waagerecht in der Luft. Manche Windböen sind so stark dass es uns fast von den Beinen reist. Ich habe Angst, dass Emma davon fliegt. Vorsichtshalber wird sie angeleint.

Der Wanderweg führt auf diesem Teilstück bis Riedelberg auf einer schmalen Verkehrsstraße. Manche Autofahrer verwechseln allerdings die Straße mit der Autobahn. Zwischen dem Stausteiner Hof und Riedelberg kommen wir der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland direkt an der Straße schuhbreit nah.

Während ich den Grenzstein fotografiere stehe ich in Frankreich. Derweil schauen mir Horst und Emma von Deutschland aus zu.

Zur Mittagsrast bin ich mit Janis Altherr von der Rheinpfalz verabredet. Morgen wird die Rheinpfalz über den Grenzgänger berichten. Im Landgasthof Alt-Riedelberg beantworten wir alle Fragen und können uns mit einer warmen Suppe aufwärmen. Anrufe aus dem Saarland verkünden weiterhin orkanartige Winde und Regen. Die graue Wolkendecke über uns wird dichter, der Wind bläst weiterhin kräftig von Westen. Eine Wiese zwischen Riedelberg und Mauschbach ist übersäht mit blühendem Löwenzahn. Morgens Christrosen mittags Löwenzahn. War das schon immer so?

Hornbach erreichen wir noch ohne Regentropfen. Wir haben Zeit die ehemalige Klosteranlage anzuschauen. Der Wandermönch und Klosterbischof Pirminius hatte 742 das Kloster gegründet, das sich im frühen Mittelalter zu einem wichtigen Kultur- und Kirchenzentrum der Pfalz entwickelte. Pirminius, der lange vor den großen Glaubensspaltungen wirkte, gilt als der Glaubensbote Südwestdeutschlands und des Elsass. Auf sein missionarisches Wirken gehen auch das Kloster Mittelzell auf der Bodenseeinsel Reichenau und mehrere Klöster zwischen Schwarzwald und Vogesen zurück. Das Hornbacher Kloster leitete er bis zu seinem Tod am 3. November 753. Bereits Ende des 8. Jahrhunderts wird Pirminius in einer Handschrift aus Metz als "Sanctus", als Heiliger, bezeichnet.

Als der Regen einsetzt sitzen wir bereits in einer warmen Stube. Morgen wollen wir von der Pfalz ins Saarland wandern.

 
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