Der Tag danach

[18.11.2010]

Am 20. März, Frühlingsanfang, bin ich zu meiner bislang ungewöhnlichsten Reise meines Lebens gestartet. Drei wichtige Details standen von Anfang an fest. 1. Mein Weg war vorgegeben: die Grenze. 2. Ich wollte unbedingt zu Fuß und nonstop diese Reise unternehmen. 3. Meine Beagle Hündin Emma sollte mich begleiten.

25 Jahre nach der Unterzeichnung des Schengener Abkommens wollte ich wissen, wie es in den Köpfen und den Herzen der Menschen aussieht, die an der Grenze leben und arbeiten. Mein Weg führte mich vom Saarland entlang der französischen, luxemburgischen, belgischen, holländischen und dänischen Grenze bis in den hohen Norden der Bundesrepublik Deutschland. Entlang der Oder-Neisse-Linie wanderte ich entlang der polnischen und tschechischen Grenze, ehe im Süden Österreich und die Schweiz folgten. Mein Rückweg brachte mich entlang der deutsch-französischen Grenze wieder ins Saarland.

Fast 250 Tage war ich unterwegs und habe in dieser Zeit 5200 Kilometer zurückgelegt. Soweit die Fakten.

Bedanken möchte ich mich zunächst bei meiner Frau Bernadette, die diese lange Wanderung mitgetragen hat. Bedanken möchte ich mich bei meinen Sponsoren, die es mir ermöglicht haben, dieses Wagnis zu finanzieren. Bedanken möchte ich mich bei all denen, die mir per SMS, per Mail oder Anruf immer wieder Mut gemacht haben, durchzuhalten und die Wanderung zu einem guten Ende zu bringen.

Ich habe ein phantastisches Jahr erlebt. Ich habe wundervolle Menschen auf meinem Weg rund um Deutschland kennen gelernt, interessante Menschen, die mir unglaubliche Geschichten erzählt haben: Grenzgeschichten, Lebensgeschichten die mich bewegt haben.

Ich konnte ein wunderbares Land vor allem an seinen Grenzen neu kennen lernen. Oft war die Grenze fließend, nicht mehr erkennbar für mich wo ich mich gerade befand.

Als ich im Frühjahr in Völklingen zu meinem Abenteuer aufbrach hatten die Bäume noch keine Blätter. Jetzt sind sie bereits wieder abgefallen. Dazwischen liegen acht Monate. Nicht einen einzigen Tag möchte ich davon missen. Jeder Tag brachte mich auf meinem Weg zu ungeahnten Eindrücken.

Fast jeden Tag hatte ich das Glück Menschen zu treffen, die mir etwas zu erzählen hatten. Auch Freundschaften sind entstanden, die diese Reise überdauern werden.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, meine Erlebnisse als Webtagebuch niederzuschreiben. Danke für die Rückmeldungen. Vielleicht habe ich durch meine Wanderung andere animieren können aufzubrechen und sich auf den Weg zu machen.

In den nächsten Wochen werde ich meine Erlebnisse niederschreiben. Ich hoffe einen Verlag zu finden dem meine Geschichten gefallen. Und vielleicht werde ich dann an einige Orte meiner Reise zurück kehren, um mein Buch vorzustellen.

Das "Tagebuch" geht weiter. In den nächsten Wochen werde ich die Reise wiederholen, in der Erinnerung, mit tausenden Photos und Bergen von Notizen.

 
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